ST. JAKOBI ITZEHOE

Die Freude am Herrn ist unsere Stärke

Alles über Gott – Gebet – Gemeinschaft

Die zentrale Frage, mit der wir uns in St. Jakobi mit viel Freude beschäftigen, lautet: Was will Jesus? Wir lassen uns vom Wort Gottes führen, finden Stärke im Gebet und in unserer Gemeinschaft, möchten etwas bewegen und einen Ort schaffen, der bewegt.

Wir sind eine aktive, engagierte und lebendige Gemeinde – erfahre, wovon wir uns leiten lassen und was wir alles anbieten. Wenn Du dabei sein willst, sei uns herzlich willkommen!

Herzlich Pastor Dietmar Gördel

DAS WORT ZUM MONAT

Ritterburg

Bei Gott geborgen

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„Der Turm sieht jetzt aus wie bei einer Ritterburg“ meinte jemand, nachdem unser St Jakobi Turm nun eingerüstet ist zur dringend nötigen Sanierung. Zuerst konnte ich mich mit dem Gedanken nicht so recht anfreunden, zu sehr klang das nach Spielzeug, Krieg oder Ruine. Aber je länger ich darüber nachdachte, umso mehr Gefallen fand ich: Kirche als Burg, als ein Ort, wo ich sicher bin, Schutz vor Bösem, Ruhe finde. Wo Platz ist für mich und andere. 
Die Burg, ein Bild, das auch in der Bibel immer wieder auftaucht: «Höre mein Gebet! Hilf mir schnell! Bringe mich in Sicherheit! Wie in einer Burg auf hohem Berg beschütze mich!» Psalm 31,3 Wir erleben das in unserem Alltag immer wieder, wie unruhig, ja bedroht unser Leben ist; wie sehr wir das brauchen, einen Zufluchtsort zu haben. Stille. Annahme. 
Jetzt, wo unsere Glocken schweigen, haben viele gesagt, wie sehr sie den Klang vermissen. Denn sie sind die hörbare Erinnerung daran, dass wir eingeladen sind, mit allem, was uns bewegt, zu Gott zu kommen. Und der eingerüstete Turm macht deutlich, wie sehr wir diesen Orientierungspunkt brauchen, diesen Ort, zu dem wir blicken können und wissen dürfen: Gott ist da, er hört mein Gebet. 
Bleiben Sie mit Ihren Sorgen nicht draußen, sondern suchen Sie bei Gott Schutz. Finden Sie Kraft für den Alltag. Erleben Sie mit anderen zusammen, was es heißt: „Die Freude am Herrn ist unsere Stärke!“ Wenn es Ihnen schwer fällt zu beten, lassen Sie für sich beten, nach jedem Gottesdienst bieten wir Ihnen an, dass Christen für Sie beten. Gott ist ein lebendiger, ein liebender, ein aufrichtender Gott. 
Er berge Sie in seiner großen Liebe, Ihr 
Pastor Dietmar Gördel
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DAS WORT ZUM MONAT

Unser Turm

In der Not geboren - zum Trost erkoren

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Unser Turm der St. Jakobi Kirche ist für die ganze Region ein weithin sichtbares Zeichen dafür, dass es wirklich gute Nachrichten gibt: "In der Not geboren - zum Trost erkoren" heißt es in der Inschrift am Turm.  Gott ist da - und er ist auch zu finden: ganz konkret dort, wo sich Menschen in seinem Namen treffen, so wie in Jakobi. 
Dieses gute Zeichen "Turm" braucht nun dringend eine Betonsanierung. In diesen Tagen beginnen nun die Bauarbeiten. 
Das macht aber auch deutlich: Wir brauchen jetzt dringend die nötigen Finanzmittel in Höhe von 80.000€. Etliche von Ihnen haben schon eine Sonderspende für den Turm gegeben. 
Ganz herzlichen Dank dafür! 

Spendenkonto Sparkasse Westholstein 
IBAN: DE48 2225 0020 0001 0704 87
BIC: NOLADE21WHO

Hier ein kleiner Einblick in die Sanierung Glockenturm St. Jakobi: 
Mir scheint es wunderbar und bemerkenswert, dass eine Kunst erfunden wurde, durch einen Klöppelschlag in einer und derselben Sekunde in 1000 verschiedenen Herzen eine und dieselbe Empfindung zu wecken. 
(Francois-René de Chateaubriand (1768-1848), französischer Schriftsteller) 

Von weitem strahlt der Glockenturm weiß und rein wie eh und je. Manche meinen, er sei „nicht sexy“, aber das hat er auch gar nicht nötig. Er ist der Blickfang des Stadtteils Tegelhörn und ragt weit aus dem Grünen heraus. Dass der 53 Jahre alte Turm acht Wochen hinter Planen und Gerüsten verschwinden muss, ist ihm jedenfalls nicht anzusehen. Das Problem liegt im Material, im Beton, der viel fragiler ist, als man meinen könnte. 
Dabei fing alles ganz harmlos an: Vor vier Jahren entdeckte Pastor Dietmar Gördel an der Außenmauer des Glockenturms ein kleines Farbbläschen. Eigentlich kein Grund, sich Sorgen zu machen. Zwar ist der Entwurf des Itzehoer Architekten Johannes Ingwersen in die Jahre gekommen, doch außer der kleinen, unauffälligen Blase schien alles in bester Ordnung zu sein. Nichts ließ darauf schließen, dass daraus die teuerste Baumaßnahme des Kirchenkreises im Jahr 2019 werden würde! Inzwischen weiß man, dass auch Betonbauwerke sachgemäß gepflegt werden müssen, sonst können sich kleine Mängel rasch zu großen Schäden auswachsen. 

St. Jakobi entstand 1952 als erster kirchlicher Neubau in Itzehoe nach dem 2. Weltkrieg. Im Stadtteil Tegelhörn fanden viele Heimatvertriebene ein neues Zuhause. In der unmittelbaren Nachkriegszeit war die Einwohnerzahl Itzehoes von rund 23.000 auf 37.000 gestiegen. Die Kirche der Tegelhörner war zunächst nicht mehr als ein schlichtes rechteckiges Haupthaus in Nord-Süd-Richtung und nicht - wie eigentlich üblich - nach Osten ausgerichtet, weil das kleine Eckgrundstück entlang der Twietbergstraße keine andere Bauweise zuließ. Auf ein Gemeindehaus und einen Glockenturm musste die rasch wachsende Gemeinde, zu der heute rund 1800 Gemeindeglieder zählen, allerdings noch fünfzehn Jahre warten. 
Vom Turm oben, auf fast 25 Metern, ist das ganze Gemeindegebiet zu sehen. Eine schmale Metallspindeltreppe führt über 74 Stufen hinauf zu einem Zwischenpodest; danach gilt es, eine steile Leiter zu erklimmen, um zum Glockenstuhlboden zu gelangen. Im Inneren des Turms sind die Wände grau in grau, und feuchte Kälte kriecht über die Haut. Ein Besuch ist nur zu Wartungszwecken vorgesehen, und auch der schwindelfreie Pastor Dietmar Gördel darf hinauf. Die 30 Zentimeter starken Wände sind dort oben in filigrane Wabensteine und Eckpfeiler aufgelöst. Diese wiederum wurden – zum Zwecke der „Lärm“-Dämpfung - mit dicken Brettern vernagelt. Einen guten Ausblick hat man also nur, wenn man die Stirn gegen ein Brett presst und durch einen der Schlitze blinzelt. Nach Südwesten ist die Störbrücke und dahinter das AKW Brokdorf zu erkennen, Richtung Norden streift der Blick über das Pünzdorfer Gehölz. „Der Turm der St. Jakobi Kirche ist für die ganze Region ein weithin sichtbares Zeichen dafür, dass es wirklich gute Nachrichten gibt“, sagt Pastor Gördel. „In der Not geboren - zum Trost erkoren“ heißt es in der Inschrift am Turm. Man erkennt ihn schon von der Autobahn und auch Zugreisende sehen „das höchste Gebäude Itzehoes“ schon von weitem. „Vielleicht sind die Klinikgebäude doch ein wenig höher“, meint Gördel schmunzelnd, „aber unser Turm steht schließlich auf dem Twietberg.“ 

Und nun ist also eine Betonsanierung vorgesehen. Nach der Entdeckung der Farbblase empfahl die Kirchenkreisarchitektin Ute Preuss, weitere Fachleute hinzuzuziehen. Es folgte ein Gutachten des Itzehoer Architekten Kai Voß und anschließend war ein Betonsachverständiger gefragt. „Landläufig herrscht ja die Meinung vor, Beton würde ewig halten, dem ist aber bei weitem nicht so“, erläutert Kai Voß. Beton unterliege wie jeder andere Baustoff extremen Alterungsprozessen. „Auch ein Betonbauwerk muss gepflegt werden“, sagt der Architekt, „und genau das machen wir jetzt mit der Sanierung.“ Die Ursache für die Schäden des Glockenturms ist so simpel wie folgenschwer: Die Stahlbewehrung rostet und dadurch wird der Beton abgesprengt. Der Fachbegriff dafür lautet Carbonatisierung. Durch eine chemische Reaktion des Kohlendioxids der Luft verändert sich der Beton langsam und ist dann nicht mehr in der Lage, die eingebettete Stahlbewehrung vor Korrosion zu schützen.  

Die Kosten für die Sanierung werden auf 240.000 Euro geschätzt. Von dieser Summe übernimmt der Kirchenkreis zwei Drittel, 80.000 Euro muss die St. Jakobi-Gemeinde aufbringen. In der Spendenkasse hat sich bereits ein niedriger fünfstelliger Betrag angesammelt – bis das benötigte Geld beisammen ist, hat die Gemeinde noch einen weiten Weg vor sich. 
Während der Bauarbeiten bleiben die beiden übereinander hängenden Glocken stumm. „Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein“ lautet die Inschrift der kleineren Tatglocke, die 500 Kilogramm wiegt. Der Spruch aus Jakobus 1,22 ist das Motto der Pfadfinder von St. Jakobi. Unter ihr hängt die 750 Kilogramm schwere Glaubensglocke. Auf ihr haben die Glockenbaumeister „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort“ (Jeremia 22,29) eingestanzt. „Wer bei einem Turm wohnt, muss sich das Läuten gefallen lassen“, sagt ein chinesisches Sprichwort. Wiewohl die – übrigens auf den Klang von St. Laurentii abgestimmten - Glocken lediglich einmal am Sonnabend, zweimal am Sonntag und hier und da bei einer Trauung oder Beerdigung läuten, klagen manche Anwohner dennoch über den gewaltigen Glockenklang und einige sind recht genervt. Sie haben während der Baumaßnahme zwei Monate Pause. Andere hingegen werden den mächtigen Klang sehr vermissen. Heinz Köhnke, der frühere Bürgervorsteher, weiß erst dann „ich bin zu Hause“, wenn er die beiden Glocken von St. Jakobi läuten hört. 

„Meine Aufgabe ist es, den Glockenturm so zu erhalten, wie er vor gut 50 Jahren geplant wurde, damit er auch die nächsten 50 Jahre noch aufrecht steht“, erklärt der Architekt Kai Voß, „und das wird gelingen!“ Pastor Dietmar Gördel ist zuversichtlich, dass sich sehr viele Menschen und auch Unternehmen an der Spendensammlung beteiligen werden. „Wir sind eine fröhliche Gemeinde mit starkem Gemeinschaftsgefühl – Die Freude am Herrn ist unsere Stärke!“ Regina König