Glöckengeläut

Werte erhalten

Sanierung des Glockenturms der St. Jakobi Kirche

Von Weitem strahlt der vor 53 Jahren erbaute Glockenturm weiß und rein wie eh und je und ist der Blickfang des Stadtteils Itzehoe-Tegelhörn – dass er zwecks Sanierung acht Wochen hinter Planen und Gerüsten verschwinden muss, ist ihm nicht anzusehen. Zwar ist der Entwurf des Itzehoer Architekten Johannes Ingwersen etwas in die Jahre gekommen, doch außer einer vor vier Jahren von Pastor Gördel entdeckten kleinen, unauffälligen Blase an der Oberfläche der Fassade schien alles in bester Ordnung zu sein. Nichts ließ darauf schließen, dass daraus die teuerste Baumaßnahme des Kirchenkreises im Jahr 2019 werden würde!

Die Entstehung

St. Jakobi entstand 1952 als erster kirchlicher Neubau in Itzehoe nach dem 2. Weltkrieg. Im Stadtteil Tegelhörn fanden viele Heimatvertriebene ein neues Zuhause. In der unmittelbaren Nachkriegszeit war die Einwohnerzahl Itzehoes von rund 23.000 auf 37.000 gestiegen. Die Kirche der Tegelhörner war zunächst nicht mehr als ein schlichtes rechteckiges Haupthaus in Nord-Süd-Richtung und nicht – wie eigentlich üblich – nach Osten ausgerichtet, weil das kleine Eckgrundstück entlang der Twietbergstraße keine andere Bauweise zuließ. Auf ein Gemeindehaus und einen Glockenturm musste die rasch wachsende Gemeinde, zu der heute rund 1800 Gemeindeglieder zählen, allerdings noch fünfzehn Jahre warten.

Über den Turm

Kirchturm St. Jakobi

Eine schmale Treppe führt zunächst über 74 Stufen hinauf zu einem Zwischenpodest und über eine steile Leiter gelangt man schließlich zum Glockenstuhlboden. Ein Besuch ist jedoch nur zu Wartungszwecken vorgesehen. Die 30 Zentimeter starken Wände sind oben in filigrane Wabensteine und Eckpfeiler aufgelöst. „Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein“ lautet die Inschrift der kleinere Tatglocke, die 500 Kilogramm wiegt. Der Spruch aus Jakobus 1,22 ist das Motto der Pfadfinder von St. Jakobi. Unter ihr hängt die 750 Kilogramm schwere Glaubensglocke. Auf ihr haben die Glockenbaumeister „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort“ (Jeremia 22,29) eingestanzt. „Der Turm der St. Jakobi Kirche ist für die ganze Region ein weithin sichtbares Zeichen dafür, dass es wirklich gute Nachrichten gibt“, sagt Pastor Gördel. „In der Not geboren - zum Trost erkoren“ heißt es in der Inschrift am Turm. Man erkennt ihn schon von der Autobahn und auch Zugreisende sehen „das höchste Gebäude Itzehoes“ schon von weitem. „Vielleicht sind die Klinikgebäude doch ein wenig höher“, meint Gördel schmunzelnd, „aber unser Turm steht schließlich auf dem Twietberg.“

Über die Bauschäden

Nach der Entdeckung der Farbblase und Begutachtung durch die Kirchenkreisarchitektin Ute Preuss folgte ein Gutachten des Itzehoer Architekten Kai Voß und eines Betonsachverständigen. „Landläufig herrscht ja die Meinung vor, Beton würde ewig halten, dem ist aber bei weitem nicht so“, erläutert Kai Voß. Beton unterliege wie jeder andere Baustoff extremen Alterungsprozessen. „Auch ein Betonbauwerk muss gepflegt werden“, sagt der Architekt, „und genau das machen wir jetzt mit der Sanierung.“ Die Ursache für die Schäden des Glockenturms ist so simpel wie folgenschwer: Die Stahlbewehrung rostet und dadurch wird der Beton abgesprengt. Der Fachbegriff dafür lautet Carbonatisierung. Durch eine chemische Reaktion des Kohlendioxids der Luft verändert sich der Beton langsam und ist dann nicht mehr in der Lage, die eingebettete Stahlbewehrung vor Korrosion zu schützen.

Das Bauvorhaben und die Kosten

Die Kosten für die Sanierung werden auf 240.000 Euro geschätzt. Von dieser Summe übernimmt der Kirchenkreis zwei Drittel, 80.000 Euro muss die St. Jakobi-Gemeinde selbst aufbringen. Während der Bauarbeiten bleiben die beiden übereinander hängenden Glocken stumm. Folgende Maßnahmen stehen an:

  • Einrüsten rundum innen und außen
  • Fassadenfarbe mit Hochdruck und Heißwasser entfernen
  • Betonsanierung in Handarbeit
  • Schutzansanstrich
  • Formsteine um die Glocken herum behandeln und teilweise erneuern
  • Glockenmotoren ausgetauschen
  • Neue Elektrik für Glocken und Beleuchtung verlegen und installieren
  • Weihnachtsstern erneuern
  • Eventuell Neuvergolden des Schiffes

„Meine Aufgabe ist es, den Glockenturm so zu erhalten, wie er vor gut 50 Jahren geplant wurde, damit er auch die nächsten 50 Jahre noch aufrecht steht“, erklärt der Architekt Kai Voß, „und das wird gelingen!“

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Pastor Dietmar Gördel ist zuversichtlich, dass sich sehr viele Menschen und auch Unternehmen an der Spendensammlung beteiligen werden. „Wir sind eine fröhliche Gemeinde mit starkem Gemeinschaftsgefühl – Gott ist unter uns!“ Jede Spende ist uns willkommen.

“So soll jeder für sich selbst entscheiden, wie viel er geben will, und zwar freiwillig und nicht aus Pflichtgefühl. Denn Gott liebt den, der fröhlich gibt.”
2. Korinther 9,7