ST. JAKOBI ITZEHOE

Die Freude am Herrn ist unsere Stärke

Alles über Gott – Gebet – Gemeinschaft

Die zentrale Frage, mit der wir uns in St. Jakobi mit viel Freude beschäftigen, lautet: Was will Jesus? Wir lassen uns vom Wort Gottes führen, finden Stärke im Gebet und in unserer Gemeinschaft, möchten etwas bewegen und einen Ort schaffen, der bewegt.

Wir sind eine aktive, engagierte und lebendige Gemeinde – erfahre, wovon wir uns leiten lassen und was wir alles anbieten. Wenn Du dabei sein willst, sei uns herzlich willkommen!

Herzlich Pastor Dietmar Gördel

DAS WORT ZUM MONAT

Aus der Wüste

Gott kennt einen Weg raus

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Wir haben noch einen weiten Weg vor uns, heißt es immer wieder über die Corona-Auswirkungen. „Du hast einen weiten Weg vor dir“ – so warnt auch ein Engel den Propheten Elia, der erschöpft unter einem Ginsterstrauch liegt. Elia ist auf der Flucht. Er hat Todesangst, fürchtet den Zorn der heidnischen Königin Isebel. Mit ihr hatte er sich angelegt. Im göttlichen Auftrag sollte er den Baalskult beenden, den Isebels Priester betrieben. Den Wettstreit mit ihnen hatte er für sich entschieden. Jetzt trachtet ihm Isebel nach dem Leben. Bis tief in die Wüste hinein ist Elia gelaufen. Allein, ohne Rast und ohne Wasser und Brot. Elia ist am Ende. „Es ist genug!“, fleht er Gott an, „so nimm nun meine Seele.“ Elia wünscht sich zu sterben. Doch während er schläft, schickt Gott seinen Engel zu Elia. „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir“, sagt dieser zu ihm. Neben Elias Kopf liegen geröstetes Brot und ein Krug Wasser. Elia stärkt sich und findet neuen Lebensmut. 
Die biblische Elia-Geschichte zeigt, dass es unterschiedliche Phasen gibt, die je ihre Berechtigung haben. Die letzten Wochen und Monate waren geprägt von sozialer Isolation, von Unsicherheiten und für viele sicherlich auch tiefer Einsamkeit. Vielleicht ist auch jetzt eine Wüstenzeit, in der wir in der Stille und Einsamkeit auf Gott warten können. Vielleicht ist es für einige von uns an der Zeit, nicht mehr auf der Flucht zu sein, sondern sich versorgen zu lassen – da und genau dann, wenn uns Unsicherheiten und Dürre umgeben. Vielleicht ist es Zeit, aufzuwachen, um zu essen und sich zu stärken. Und vielleicht ist es aber auch an der Zeit, aufzustehen und loszugehen. Die Wüste ist nicht der Ort, wo alles endet. Bei Elia ist sie der Ort, wo die Basis für Neues gelegt wird. Denn da, wo wir aufgeben wollen, da hat Gott noch einen Weg. 
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sommer! 
Ihr 
Dietmar Gördel 

Monatsblatt 07 08 2020 Monatsblatt 07 08 2020 (549 KB) –


DAS WORT ZUM MONAT

Erlösung

Hoffnungsvoll mein Leben leben

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Wenn man als gläubiger Mensch auf eine Feier kommt, ist das für sich nichts Ungewöhnliches. Auf Feiern gibt es für gewöhnlich viele Menschen mit unterschiedlichen Ansichten und Lebensgeschichten. Das Verbindende ist der Anlass, aus dem man zusammengekommen ist. Wenn dann in einem Gespräch durchdringt, dass man ein gläubiger Mensch ist und diesen Glauben auch in gewisser Weise zum Beruf gemacht hat, besteht das nachfolgende Gespräch meistens aus drei Fragen: „Was du glaubst das wirklich? Darfst du eigentlich heiraten? Beichtest du auch häufig deine Sünden?“

Während man die ersten beiden noch relativ leicht mit „Ja“ und „Ich bin Protestant“ beantworten kann, bleibt man an der letzten Frage länger kleben. Die Frage nach den Sünden…

Das Gegenüber bemerkt dann häufig: „Diese Moralkeule von Sünde und Vergebung sei lange genug von der Kirche missbraucht worden um die Menschen auszubeuten. Es sei doch nun an der Zeit endlich Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen und sich nicht von einem zweifelhaften Gott mit abhängig zu machen.“

In der Tat, wenn man den Glauben alleine auf das Thema Schuld reduzieren, würde er in der Tat überflüssig. Aber ich glaube, als Christ zu leben bedeutet mehr als Enthaltsamkeit und auf Partys seinen Glauben zu erklären.

Für mich bedeutet als Christ zu leben, mein Leben auf Gott zu beziehen. Es geht darum, sein Leben in der Beziehung mit Gott zu leben. Das kann bei manchen nach außen hin durch Enthaltsamkeit oder durch große Verteidigungsreden des Christentums sichtbar werden. Aber das ist meiner Meinung nur Beiwerk. Ein Leben in Beziehung zu Gott bedeutet für mich, dass ich dankbar sein kann für alles Gute, was mir in meinem Leben geschieht. Ich habe ein Gegenüber, zum dem ich kommen kann, mit allen Dingen, die über mich selbst hinausgehen.

Aber es bedeutet auch für mich, dass ich die schwierigen Passagen meines Lebens auf Gott beziehen kann. Christ sein bedeutet nicht, dass von da an im Leben alles glatt läuft. Jesus Christus ist dafür das beste Beispiel. Ich glaube fest daran, dass Gott mir in den schweren Zeiten meines Lebens beisteht und mir hilft sie zu überstehen. Wenn wir in diesem Kontext wirklich über Sünde reden wollen, ist Sünde für mich mehr als die Fülle meiner schlechten Taten. Die Bibel beschreibt dieses mit dem „Sündenfall“. Adam und Eva aßen vom Baum der Erkenntnis und wurden aus dem Paradies verbannt. Der Preis für Freiheit, eigenes Denken und die Erkenntnis von gut und Böse und ist, dass man als Mensch in einer Welt leben, die einen bedrohen kann.

So ist die Sünde für mich das, was mich von einem glücklichen Leben mit Gott trennt. Es ist die Angst um Hab und Gut. Es ist die Angst um liebe Menschen im Leben. Es ist die Furcht vor einer ungewissen Zukunft. Alles was mein Leben schwer macht und belastet. Aus dieser Last heraus können falsche Entscheidungen getroffen werden. Aber das ist nicht das wesentliche. Das wesentlich ist: Wie komme ich daraus? Wie werde ich erlöst?

Für mich ist das der Glaube an Gott. Wenn ich von dieser „Sünde“ erlöst werden will, ist das auch nichts, was ich aktiv herbeiführen kann. Nichts in dieser Welt kann mir zuverlässig sagen, was die Zukunft bringt. Daher bringe ich alles, was mich bewegt, vor Gott, denn ich glaube, er meint es gut mit mir und uns allen. Das Belastende in meinem Leben verschwindet dadurch nicht. Aber Gott hilft mir es zu tragen. Das ist keine Gewissheit, die ich aus einer wissenschaftlichen Studie ziehe, sondern etwas, was sich mir nur im Glauben erschließt. Es geht hierbei nicht um empirische Beweisführung, sondern um Hoffnung. Der Glaube an Gott und seine Liebe für diese Welt, gibt mir die Hoffnung, allem Belastenden in dieser Welt entgegenzutreten und nicht darin unter zu gehen.

Ihr

Vikar Hans-Christian Baden-Rühlmann